Gedenkfeier Otto Steglich

31. Juli 2017 um 20:17

Am 30.07.2017 trafen wir uns in Anwesenheit des ersten Bürgermeisters Detlef Sittel und Branddirektor Carsten Löwe zum Gedenken an Otto Steglich. Die folgenden Worte von OBM Frieder Hofmann stammen aus der Ansprache zur Enthüllung des Kreuzes auf dem Gedenkstein:

„In den letzten Tagen hat sich wiederholt gezeigt, die Natur hat ihre eigenen Gesetze und wir Menschen können nur gemeinsam uns dieser Situation entgegenstellen, soweit es uns möglich ist. Ein jeder von uns hier in dieser ehrwürdigen Runde kennt die Reihenfolge wie Hilfe organisiert wird und anläuft. Mit der europaweiten Notrufnummer 112 läuft diese Hilfe an. Doch es war nicht immer so, denn Glocken- oder Trompetensignale waren der „Vorläufer“ dieser Notrufnummer. Die Hilfsmannschaften sind jedoch, wenn auch die heutige persönliche und technische Ausrüstung weitaus optimaler geworden sind, bis zum heutigen Tag geblieben. Freiwillige, zunächst Männer, später gesellten sich Frauen dazu, schlossen sich in den Reihen der Feuerwehren zu einer festen Gemeinschaft zusammen um den nächsten in Not und Gefahr zur Seite zu stehen.

So auch unsere wackeren Männer der freiwilligen Turnerfeuerwehr von Plauen bei Dresden, deren Gründung 1. Februar 1860 war. Sie gehörten zu dem Personenkreis die sich bemühten der Hochflut vom Juli 1897 wirksam mit ihren damaligen Mitteln entgegenzustellen. Genau wie in der heutigen Zeit gingen sie, wie es gelehrt wurde und wird, mit Umsicht und Sachverstand an ihre nicht ungefährliche Arbeit. Die Bäche und Flüsse wurden durch seit 20 Tagen anhaltenden Regenfälle über Sachsen zu reißenden Fluten. Die Menschen in Dörfern und Städten standen vor einer Riesenaufgabe um dieser Naturkatastrophe entgegen zu treten. Teilweise überschätzten sie sich, kamen in Gefahrensituationen die nur durch die direkte Hilfe von Rettungsmannschaften gemeistert werden konnte.
So kam es auch im Raum der Bienertbrücke in Plauen bei Dresden, wo die freiwillige Turnerfeuerwehr Plauen bei Dresden ihr Einsatzgebiet hatte. Diese Brücke glich einem Staudamm, bedingt durch die angeschwemmten Bäume, Hölzer und Gebäudeteile. Bis zum heutigen Tag gleichen sich Bilder wo Schaulustige aber auch helfende Menschen an solchen Orten sich aufhalten. Unter diesen Menschen war, so die Überlieferungen in nachvollziehbaren Schriften, der Bahnhofsvorsteher, deren Namen leider nicht bekannt ist. Durch unglückliche Umstände erfassten ihn die Fluten der tobenden Weißeritz und zogen ihn in den Strudel. Dies wurde durch die Kameraden der vor Ort befindlichen Feuerwehr erkannt, eine Rettungsaktion lief sofort für diesen Mann an. Der Feuerwehrfeldwebel Otto Steglich wurde mittels Leine gesichert und begab sich unverzüglich in die Fluten um den darin bereits um Hilfe ersuchten Bahnhofsvorsteher zu retten. Dies gelang ihm auch wurde jedoch dabei selbst unter das Wasser gedrückt und verletzt. Er wurde unverzüglich nach der gelungenen Rettungsaktion ins nächstgelegene Spital in Dresden – Friedrichstadt gebracht. Alle ärztliche Hilfe jedoch versagte und so schloss er für immer seine Augen.

Ihm zu Ehren wurde dieser Gedenkstein errichtet, den wir die Kameradinnen und Kameraden der Stadtteilfeuerwehr Dresden – Kaitz fortan in Pflege nahmen. Hinzu bemühen wir uns die Geschichte zu dieser Feuerwehr und seine damalige Mannschaft und dieser „Gedenkstätte“ zu ergründen. Unsere Bitten und Anfragen auf Unterstützung fanden Gehör, so wurde es uns heute möglich auf diesem Gedenkstein das Kreuz feierlich wieder zu präsentieren. Wir möchten uns besonders bei Herrn Pohl, Schmiedemeister von Zaschendorf bedanken, denn er hat mit viel handwerklichen Können Teile des ehemaligen Kreuzstumpfes im neuen Kreuz vereint.

Wir wünschen uns für die Zukunft, dass diese Stätte ein Ort in unserer Stadt wird, der an die vielen Frauen und Männer der Feuerwehren erinnert die nicht nur während der Hochwasserkatastrophen ihr Leben für den Nächsten in Not und Gefahr gaben, sondern generell an unsere im Einsatzdienst ums Leben gekommenen Kameradinnen und Kameraden erinnert. Bemühen wir uns gemeinsam als Feuerwehr Dresden diesen 30. Juli eines jeden Jahres zum Anlass zu nehmen und daran würdevoll zu erinnern.“ Frieder Hofmann am 30.07.2017


Bilder: Hans-Günther Lindenkreuz

Stadtfeuerwehrverband Dresden e.V.